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Zeiterfassung einführen, ohne dass das Team blockiert

Neue Zeiterfassung wird oft als Kontrolle gelesen. Fünf Dinge, die in erfolgreichen Einführungen anders liefen – aus der Begleitung von über 200 Umstellungen.

AM
Anna Müller
Customer Success
Team im Büro bespricht gemeinsam die Einführung der Zeiterfassung

Technisch ist eine Zeiterfassung an einem Vormittag eingerichtet. Kulturell dauert es länger. Wer schon einmal erlebt hat, wie eine Belegschaft auf das Wort „Stempeluhr“ reagiert, weiß: Der Widerstand richtet sich selten gegen das Werkzeug, sondern gegen die vermutete Absicht dahinter.

1. Den Anlass benennen, nicht umschreiben

Wenn die gesetzliche Pflicht der Auslöser ist, sagen Sie das. Die Umdeutung zu einem „Effizienzprojekt“ durchschaut jedes Team innerhalb einer Woche – und dann steht neben der Umstellung auch noch ein Vertrauensproblem im Raum.

2. Zuerst zeigen, was die Beschäftigten davon haben

Belastbare Überstundenkonten, nachvollziehbarer Resturlaub, keine Diskussion mehr über vergessene Einträge: Das sind Vorteile für die Belegschaft, nicht für die Geschäftsführung. Wer damit beginnt, bekommt eine andere Diskussion.

Nach drei Monaten kam die häufigste Rückmeldung nicht aus der Verwaltung, sondern aus der Werkhalle: Endlich sieht man, dass die Stunden stimmen.
Betriebsleiter eines Metallbaubetriebs, 140 Beschäftigte

3. Den Betriebsrat einbeziehen, bevor die Auswahl steht

Die Einführung technischer Einrichtungen, die zur Überwachung geeignet sind, ist nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 Betriebsverfassungsgesetz mitbestimmungspflichtig. Wer den Betriebsrat erst nach der Vertragsunterschrift informiert, verliert Wochen – und Vertrauen.

4. Klarstellen, was nicht ausgewertet wird

Eine Betriebsvereinbarung, die ausdrücklich benennt, welche Auswertungen zulässig sind und welche nicht, nimmt der Debatte die Schärfe. Besonders wirksam: die Zusage, dass Einzelauswertungen nicht zur Leistungsbewertung herangezogen werden.

5. Mit einem Team anfangen

Ein Pilotteam von acht bis zwölf Personen liefert innerhalb von zwei Wochen alle Erkenntnisse, die Sie für den Rest des Betriebs brauchen – und produziert Fürsprecher, die glaubwürdiger sind als jede Ankündigung aus der Geschäftsführung.

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